Vermittlungsforschung über und von Museen

Vermittlungsforschung über und von Museen –
Stand und Perspektiven

 

In der zweiten Jahreshälfte 2017 zog Prof. Dr. Bernhard Graf, Leiter des Instituts für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, eine Bilanz der Museumsforschung. Wir haben die Headline an seinen Artikel in der Fachzeitschrift „Rheinform“ angelehnt. Graf wiederholt seine Forderung aus seiner Denkschrift zur Lage der Museen aus dem Jahr 2012: „Die Museen müssen ihre eigenen Forschungsprofile konsequent, selbstbestimmt und in Eigenregie weiterentwickeln.“ Er verortet die Forschung von Museen bei deren Kernaufgaben.

In der Praxis verorten Museen Forschung fast nur sammlungsbezogen. Auch die Kuratoren der Ausstellungen werden regelmäßig zu den wissenschaftlich Tätigen gezählt. Anders verhält es sich jedoch mit der Vermittlung. Sie steht heute in den meisten Museen nicht nur nachgeordnet an dritter Stelle: bei den Personalstellen, bei den Haushaltsansätzen, bei der Aussstattung, in der Hierarchie. Ihr wird auch die Wissenschaftlichkeit ihrer Tätigkeiten abgesprochen, selbst wenn sie neue Formate entwickelt und erprobt.

Darauf verweist auch Graf: „Neben der reaktiven Wirkungsforschung werden viele neue Ansätze der Rezeptionsforschung initiiert und durchgeführt, damit experimentell neue Ausstellungs- und Kommunikationsformate besucherorientiert entwickelt werden können.“ und fährt kurz darauf fort: „Auch wenn in letzter Zeit hierzu an vielen Orten projektbasierte Forschung betrieben wird, ist das ein Forschungsfeld, welches meist außerhalb der Museen angesiedelt ist.“  Dass mit wenigen Ausnahmen solche Forschungsarbeiten nicht in den Museen geleistet werden kann, weil dies nicht als eigenständige Museumsaufgabe gesehen wird und weil selten geeignetes Personal zur Durchführung entsprechender Studien vorhanden ist, bedauert Graf. Zumal eine Folge sei: „(…) die Ergebnisse werden nicht systematisch zur Museums- und Ausstellungsplanung genutzt.“

Während um die Museen herum immer mehr Hochschulen die Vermittlungswege von Museen zum Bestandteil von Studiengängen und Forschungsprojekten machen, stagniert der Status der Vermittler in den Museen zumeist eher.  Es ist also höchste Zeit, die Vermittlungsabteilungen in den Museen zu stärken.

Hieran möchte das WIP beratend und begleitend mitarbeiten und hierzu dienen die Unterseiten dieses Projektes.

 

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